Nach vorne denken: Das Projekt Zukunft Badezentrum Sindelfingen
Der geplante Ersatzneubau mit einem 50-Meter-Becken, einer Saunawelt mit Saunagarten sowie einer separaten Gastronomie soll das Badezentrum für die nächsten Jahrzehnte als zentrales kommunales Sport-, Freizeit- und Gesundheitszentrum Sindelfingens etablieren: Mit dem Neubau des Sporthallenbads sowie der Attraktivierung und Erweiterung des Angebots werden die kommunalen Schwimmbedürfnisse der Stadt Sindelfingen gebündelt und durch ein hochwertiges Sauna- und Gastronomieangebot wirtschaftlich gestärkt.
Dabei soll das zukünftige Sport-, Freizeit- und Gesundheitszentrum so konzipiert werden, dass es ein generationsübergreifendes Angebot für alle Bürgerinnen und Bürger bietet. Zugleich wird das Sportangebot gestärkt und ein attraktiver, wirtschaftlich tragender Saunabereich sowie ein direkter Zugang zwischen Hallenbad und Freibad geschaffen. Ziel ist es, einen barrierefreien Ort der Erholung zu entwickeln, der die vielfältigen Bedürfnisse aller Generationen berücksichtigt und einen Tag der Naherholung in Sindelfingen für die ganze Familie ermöglicht.
Ein zentrales Element bildet dabei ein dauerhaft betreibbares Hallenbad mit funktionaler Anbindung an das bestehende Freibad und einer einheitlichen Tarifstruktur – bei gleichzeitig weiterhin kostengünstigen Tarifen für Schwimmer, Schulen und Vereine.

Lageplan
Status quo: Die aktuellen Planungen
Die aktuellen Planungen sehen einen modernen Ersatzneubau mit zwei tariflich getrennten Badbereichen vor. Zentraler Bestandteil ist der Sportbereich mit einem 50-Meter-Becken inklusive Wendebrücke und Teilhubboden sowie einem Lehrschwimmbecken mit integriertem Attraktionsbereich. Ergänzt wird das Angebot durch einen generationsübergreifenden Freizeit- und Familienbereich: Für die Jüngsten entsteht eine abwechslungsreiche Wasserspielwelt und ein Splash-Areal für ältere Kinder. Ergänzend werden attraktive Ruhebereiche zur Erholung und zum Aufenthalt geschaffen. Ein besonderes Highlight bilden moderne Rutschen, die als verbindendes Element zwischen Hallen- und Freibad fungieren und zugleich zur Aufwertung des Außenbereichs beitragen. Abgerundet wird das Gesamtangebot durch eine zeitgemäße Saunawelt mit großzügigem Saunagarten sowie einer zentralen Gastronomie, die auch für externe Besucher zugänglich ist.

Eine sportliche und familienfreundliche Heimat für alle Generationen
- Erweiterung und Attraktivierung des Sportbereichs
- Bau eines 50 m Schwimmbeckens mit 10 satt 8 Bahnen, Wendebrücke mit Teilhubboden sowie einem 1 und 3 m Sprungbrett
- Bau eines Lehrschwimmbeckens und eines Therapiebeckens , optimiert für das Schulschwimmen, das Schwimmenlernen und den Kursbetrieb
- Generationsübergreifende Heimat für Sportler, Schwimmanfänger, Familien, Schulen und Vereine
- Sicherung sozialverträglicher Eintrittspreise für Schwimmer, Schulen und Vereine
- Abwechslungsreiches Badeangebot für Kleinkinder, Kinder und Jugendliche

Grenzenloses Wasservergnügen für Groß und Klein
- Wasserspielwelt für Kleinkinder
- Splashbereich für größere Kinder und Jugendliche
- Parallelbetrieb von Freibad und Hallenbad
- Abwechslungsreiche Großrutschen – auch vom Freibad aus zugänglich

Entspannung in der Gesundheitswelt
- Attraktive Saunalandschaft mit 6-7 Schwitz- und Entspannungsangeboten im Innen- und Außenbereich
- naturnaher Saunagarten mit vielfältigen Liege- und Erholungszonen
- Differenzierte Abkühlbereiche und Erlebnisduschen
- Außenbereich mit Kneippfad und Warmwasserbecken
- Abwechslungsreiches Saunabistro
Mit den drei Schwerpunkten Sport, Familie und Gesundheit, sollen so zukünftig die Bedürfnisse aller Nutzergruppen und Generationen angesprochen und das Sport-, Schul- sowie das Vereinsschwimmen langfristig gesichert werden. Ziel ist es eine Badstruktur (Hallenbad und Freibad) mit nur einer Tarifstruktur zu schaffen: mit kostengünstigem Grundangebot für Schwimmer, Schulen und Vereine sowie familienfreundlichen Tarifen. Nachhaltig geplant, mit dem Fokus auf Barrierefreiheit, Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit um die Zukunft des Badezentrums langfristig gewährleisten zu können.
Kosten: Eine nachhaltige Investition
Die geplanten Investitionen belaufen sich auf insgesamt rund 87 Mio. €. Nach derzeitigem Planungsstand würde die künftige, jährliche Haushaltsbelastung unter Berücksichtigung der Investitionskosten mit einem Eigenkapitalanteil von 60 % bei ca. 4 Mio. € liegen. Für eine reine Generalsanierung ohne Attraktivierung und Erweiterung werden derzeit Sanierungskosten in Höhe von 43 Mio. € veranschlagt. Der jährliche Fehlbetrag würde rund 6 Mio. € betragen.
Entwicklungen: Warum das Projekt neu ausgerichtet wurde
Das Projekt wurde vor dem Hintergrund deutlich gestiegener Investitionskosten sowie der aktuellen angespannten Haushaltslage neu ausgerichtet. Die ursprünglich geplante Variante Familienbad erwies sich in diesem finanziellen Rahmen als nicht umsetzbar. Daher wurde eine alternative Lösung entwickelt, die geringere Investitionskosten ermöglicht und gleichzeitig den Fokus auf Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit legt um langfristig einen tragfähigen Betrieb sicherzustellen und den Haushalt perspektivisch zu entlasten. Daraus ergaben sich zwei Varianten:
Familienbad
Generalsanierung, Attraktivierung und Erweiterung
Investition & Betrieb:
Stadt
Auswirkungen Angebot:Angebotsverbesserung
Auswirkungen Haushalt:116,6 Mio Euro Investitionskosten; Variante aufgrund erheblicher Kostensteigerung verworfen
Variante A
Generalsanierung, Attraktivierung und Erweiterung
Investition & Betrieb:
Stadt
Auswirkungen Angebot:Angebotsverbesserung, Fokus auf Kinder, Jugendliche & Familie
Auswirkungen Haushalt:Haushaltsentlastung möglich
Variante B
Ersatzneubau
Investition & Betrieb:
Stadt
Auswirkungen Angebot:Umfassende Angebotsverbesserung für alle Generationen, Wirtschaftlichkeit
Auswirkungen Haushalt:Haushaltsentlastung wahrscheinlich, Einsparung von Sanierungskosten aufgrund von Kompensation von Wasserflächen Klostergartenbad möglich
Hintergrund: So kam es zur Entscheidung das Projekt anzugehen
Der Entscheidung für die Umsetzung des Projekts ging eine umfassende Machbarkeitsstudie voraus, aus der drei Varianten hervorgingen:
Variante 1
Generalsanierung und Teilrückbau
Investition & Betrieb:
Stadt
Auswirkungen Angebot:Verschlechterung durch Rückbau der Sauna
Auswirkungen Haushalt:Keine Haushaltsentlastung
Variante 2
Generalsanierung, Attraktivierung und Erweiterung
Investition & Betrieb:
Investor
Auswirkungen Angebot:Nachfragegerechte Angebotsverbesserung, Fokus auf Kinder, Jugendliche & Familie
Auswirkungen Haushalt:Haushaltsentlastung möglich
Variante 3
Generalsanierung, Attraktivierung und Erweiterung
Investition & Betrieb:
Investor
Auswirkungen Angebot:Umfassende Angebotsverbesserung
Auswirkungen Haushalt:Haushaltsentlastung wahrscheinlich
Machbarkeitsstudie zur Zukunft des Badezentrums (2015)
Diese Varianten bildeten die Grundlage für einen Bürgerbeteiligungsprozess (2016). Das Ergebnis: 63 % der Bevölkerung wünschen sich eine deutliche Attraktivierung des Angebots, eine klare Mehrheit präferiert die Variante 2.
Nachdem 2019 in einem einstimmigen Grundsatzbeschluss des Gemeinderats, die vertiefte Prüfung der Variante 2 und die Bildung einer Rücklage von 35. Mio. € entschieden wurde, gewann 2022 das Stuttgarter Architekturbüro Auer Weber den Planungswettbewerb. Im Juli 2023 beauftragte der Gemeinderat Auer Weber mit den zur Fortsetzung des Projekts notwendigen Planungen. Im Dezember folgte die Beauftragung der Fachplanungsleistungen.
Seit Anfang 2024 lief die Planung, mit dem Ziel, Investitionskosten zu reduzieren und den Wettbewerbsentwurf hinsichtlich
Betriebskosten und -abläufen zu optimieren.
Im Jahr 2024
Start der Planungen
Start und Abschluss LP 1 und LP 2, Start LP 3 für das Projekt Badezentrum Sindelfingen (Variante 2)
Im Jahr 2023
Beauftragung
Architekten und Freianlagenplaner, Beauftragung LP 1-3, Ausschreibung Projektsteuerungsleistung & Optimierung Wettbewerbsentwurf durch Gemeinderat
Im Jahr 2022
Hochbauwettbewerbliches Verfahren
Im Jahr 2020/2021
Umsetzung Grundsatzbeschluss
Im Jahr 2019
Gemeinderatsbeschluss
Im Jahr 2016
Abschluss Machbarkeitsstudie
Im Jahr 2015
Start Bürgerbeteiligungsprozess
Im Jahr 2014
Entscheid Durchführung Machbarkeitsstudie
Im Jahr 2003
Erste Planungsstudie
zur Erweiterung des Badezentrums
Weniger Laden
Noch mehr über den Projekthintergrund erfahren?
Hier geht es zur vollständigen Projekthistorie.Dabei kristallisierte sich heraus, dass sowohl die Kosten für die angedachte Variante 2 (Projekt Badezentrum Sindelfingen) als auch die reine Sanierung des Sporthallenbads in keinem vertretbaren Kosten-/Nutzenrahmen stehen würden und weitere Optimierungen – wie im GR Beschluss 2019 angefordert/beschlossen – zur Kostensenkung bei gleichzeitiger Verbesserung des Raum- und Angebotsprogramms aus dem ursprünglichen Wettbewerb, nur durch die Entwicklung einer weiteren Alternative realisierbar wären: So kam es in LP3 zur Entwicklung des „Sport- und Familienbads mit Gesundheitswelt“ – unter dem Projekttitel Familienbad 2.0 – eine kostengünstigere Variante mit Optimierung des Angebots und Verbesserung der Attraktivität, welcher eine umfassende Machbarkeitsstudie zugrunde liegt.
Sanierungsvariante
Generalsanierung und Teilrückbau
Investitionskosten:
35,7 Mio. €
Betriebsergebnis:-5,4 Mio. €
Angebot:Erhalt des 50 m- Schwimmerbeckens, des Sprung- und Lehrschwimmbeckens; Rückbau der Sauna im 1. OG und des Kinderplanschbeckens
Familienbad
Generalsanierung, Attraktivierung und Erweiterung
Investitionskosten:
100,6 Mio. €
Betriebsergebnis:-4,9 Mio. €
Angebot:Enthält u.a. Wellenbecken, Außenbecken, große Saunalandschaft mit Wellnessbereich und drei Großrutschen
Familienbad 2.0
Generalsanierung, Attraktivierung und Erweiterung
Investitionskosten:
XX Mio. €
Betriebsergebnis: XX Mio. €
Angebot:Enthält u.a. Sportschwimmerbecken, Variobecken, Splashbereich, Außenbecken, große Saunalandschaft mit Wellnessbereich und drei – von Hallenbad und Freibad zugängliche – Großrutschen
Sanierungsvariante, Familienbad (Variante 2/ursprünglicher Wettbewerbsentwurf) und Familienbad 2.0 im Vergleich
Blick in die Zukunft: So geht es weiter
Das europaweite Vergabeverfahren für die Planungsleistungen ist gestartet. Nach Abschluss der Bewerbungsphase werden die eingegangenen Unterlagen durch ein Fachgremium bewertet. Auf dieser Grundlage trifft der Gemeinderat im Herbst die finale Entscheidung zur Vergabe der Planungsleistungen.
Diese Vergabe bildet den entscheidenden nächsten Schritt: Sie schafft die Grundlage für die Durchführung aller erforderlichen Planungen, die Vorbereitung weiterer Vergaben sowie die konkrete Ausarbeitung der baulichen Maßnahmen. Erst im Anschluss kann die Bau- und Terminplanung für einen neuen, modernen und energieeffizienten Gebäudekomplex beginnen.